Kurz erklärt

Eigenverbrauch beschreibt den selbst genutzten Anteil der Erzeugung. Autarkie beschreibt den durch eigene Erzeugung gedeckten Anteil des Bedarfs.

Den richtigen Bezugswert verwenden

Ein Beispiel: 4.000 kWh Erzeugung, davon 1.600 kWh direkt genutzt, bei insgesamt 5.000 kWh Verbrauch. Der direkte Eigenverbrauch beträgt 40 %, die direkte Autarkie 32 %. Das sind Rechenbeispiele, keine typischen Ergebnisse.

Die Jahreszeiten beachten

Eine Jahresbilanz bedeutet nicht, dass der Netzanschluss entfallen kann. Ein Sommerüberschuss versorgt nicht automatisch einen kalten Winterabend. Speicher verschieben Energie meist über deutlich kürzere Zeiträume als ganze Jahreszeiten.

Nach dem tatsächlichen Nutzen fragen

Verschiebbare Verbraucher nutzen Solarstrom während der Erzeugung; ein Speicher kann einen Teil später bereitstellen. Beide erzeugen keinen zusätzlichen Solarstrom. Vergleichen Sie Kosten, Alltagstauglichkeit und die Berücksichtigung von Verlusten und Einspeisung.

Aus Prozenten eine Energiebilanz machen

Im vorherigen Beispiel bleiben von 4.000 kWh Erzeugung nach 1.600 kWh Direktverbrauch ohne Speicher oder weitere Nutzung 2.400 kWh zur Einspeisung. Vom Haushaltsbedarf von 5.000 kWh verbleiben nach denselben 1.600 kWh Eigenversorgung 3.400 kWh Netzbezug. Diese vier Mengen machen beide Prozentzahlen überprüfbar. Verlangen Sie eine solche Bilanz, wenn ein Angebot mit einem hohen Unabhängigkeitswert wirbt, die zugrunde liegenden Stromflüsse aber nicht nennt.

Den Nutzen anderer Nutzungszeiten berechnen

Angenommen, 300 kWh bestehenden Verbrauchs werden in Stunden mit Solarüberschuss verschoben. Bei 0,30 €/kWh Bezugspreis und 0,08 €/kWh Einspeisevergütung ergibt sich ein jährlicher Zusatznutzen von 300 × (0,30 € − 0,08 €), also 66 €. Kosten einer möglichen Automatisierung sind darin noch nicht enthalten. Der Haushalt verlagert notwendigen Verbrauch; er verbraucht nicht absichtlich mehr Strom, um eine schönere Prozentzahl zu erzielen.

Mit Speicher konsequent bilanzieren

Unterscheiden Sie direkte Solarnutzung, nach Speicherung gelieferte Energie und Speicherverluste. Fragen Sie, ob die angezeigte Eigenverbrauchsquote auch Energie einschließt, die beim Laden verloren geht. Netzgeladener Strom darf nicht als eigene Solarerzeugung erscheinen. Eine nachvollziehbare Auswertung zeigt Ladung und Entladung sowie Netzbezug und Einspeisung, damit die Funktion nicht nur anhand einer großen Prozentzahl beurteilt werden muss.

Ihre Planungscheckliste

  • Jahreserzeugung, Direktverbrauch, Einspeisung und Netzbezug.
  • Eindeutige Bezugsgröße zu jeder Prozentangabe.
  • Speicherladung, abgegebene Energie und Verluste getrennt.
  • Nutzen aus zeitlich verschobenem notwendigem Verbrauch.

Häufige Fragen

Sind 100 % Eigenverbrauch immer das beste Ergebnis?

Nein. Eine kleine Anlage kann eine hohe Quote haben und trotzdem nur wenig vom gesamten Bedarf decken. Bewerten Sie nutzbare Energie, Kosten und Gesamtergebnis zusammen, statt allein eine Verhältniszahl zu maximieren.

Verdoppeln doppelt so viele Module den Direktverbrauch?

Nicht automatisch. Bleibt der Tagesbedarf gleich, wird ein großer Teil des zusätzlichen Ertrags möglicherweise eingespeist. Vergleichen Sie den gesamten Mehrnutzen mit den Mehrkosten anhand eines realistischen Verbrauchsverlaufs.

Ihr nächster Schritt

Fragen Sie bei jeder Prozentangabe nach dem Bezug: Erzeugung, Bedarf oder Rechnung? Lassen Sie sich die zugehörigen kWh nennen.

Quellen & weiterführende Informationen